DIE DESIGNERIN UND ILLUSTRATORIN BIRGIT LÖW – EIN KURZES PORTRÄT

Naturverbunden, freiheitsliebend, eigensinnig, kreativ und mit dem großem Verlangen zu Gestalten - so geht die Designerin durch’s Leben

Birgit Löw ist mit ganzem Herzen spätberufene Designerin und Illustratorin. Ohne etwas gestalten zu können, wäre es nicht ihr Leben. Auch, wenn von Anfang an das künstlerische Talent wie ein Samen in ihr angelegt war, so musste sie sich doch über sehr viele Jahre des Selbststudiums und harter Arbeit die unterschiedlichen Kompetenzen aneignen, um letztlich mit viel Zuversicht, Selbstvertrauen und Durchhaltevermögen dort anzukommen, wo sie heute steht: In einem Leben, das sie erfüllt mit der Suche nach Inspiration in der Natur und deren bildnerischen Umsetzung.

PERSÖNLICHE UND BERUFLICHE WERTE

icon gemalt mit Aquarell als Deko-Element für Website

WERTSCHÄTZUNG

Eine wertschätzende Haltung im Umgang miteinander und im Bezug auf unsere Ressourcen.

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EMPATHIE

Empathie und Begeisterung für das, womit wir uns täglich auseinander setzen.

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QUALITÄT

Höchstes Qualitätsbewusstsein mit dem Fokus auf das Wesentliche.

„FRILUFTSLIV“ GENIEßEN

 „Friluftsliv“ (= Schwedisch: Leben im Freien) erlebt man, wenn man mit der Wildnis eine Weile im Einklang bist. Deswegen ist für Birgit Löw ein Tag, ohne Zeit in der Natur, ein verlorener Tag.

Werdegang – Einblick in mein Leben

Vergangenheit

Aufgewachsen in Eichenau

Aufgewachsen bin ich in Eichenau. Meine Eltern kamen wegen der Arbeit nach München. Sie wollten weg aus ihrer Heimat, dem kleinen, engen Dorf Tettenweis in Niederbayern, in dem Jeder Jeden kannte. Sie wollten mehr erreichen und frei sein. Mein Vater bekam eine gute Stelle bei Siemens, sein (Arbeits-)Leben lang. Die Sehnsucht nach der Heimat ist allerdings sehr lange in ihnen haften geblieben. Und so kam es, dass wir viele Wochenenden und auch die Sommerferien in Niederbayern verbrachten. Es war einfach nur schön dort! Die gute Luft, das Landleben, die Pferde und vor allem die lieben Großeltern und Verwandten sorgten dafür, dass es uns regelmäßig dorthin zurück zog. Wäre es nach meiner Schwester und mir gegangen, wären wir nie wieder von dort weggefahren. Rotz und Wasser haben wir jedes Mal geheult, als es wieder Richtung München ging.

Auch Zuhause haben wir mit meinen Eltern am Wochenende viel Zeit in der Natur verbracht. Im Wald, auf Feldern und Wiesen oder auch in den nahe gelegenen Bergen. Im Sommer haben wir am allerliebsten unsere Sachen gepackt und sind mit unserem wunderbaren Metzler-Schlauchboot zum Wörthsee gefahren. Den ganzen Tag auf dem Wasser, weg von den Massen am „Münchner Strand“, die Fleischpflanzerl-Semmeln in der Kühlbox. Hauptsache raus, in die Natur! Dort waren wir alle glücklich.

Anstrengende Zeit in der Schule

In die Schule bin ich nicht wirklich gern gegangen. Es war mir zu anstrengend, stundenlang still zu sitzen und zu zu hören. So hab’ ich mittags, nach Schulende, den Ranzen in die Ecke gepfeffert und bin sofort mit dem Rad irgendwo raus gefahren, um auf Bäume zu klettern oder mit Freunden und Nachbarskindern Indianer zu spielen. Gemalt und gezeichnet hab’ ich damals auch schon gerne – und war von Anfang an talentiert darin.

Bereits mit 7 Jahren stellte ich regelmäßig ganz alleine in meinem Kinderzimmer die Möbel um. In der Pubertät legte ich großen Wert auf die Gestaltung meines Zimmers. Von meinem ersten Taschengeld abonnierte ich das Magazin „Schöner Wohnen“.

Nach dem Abi wusste ich nur „irgendwas Kreatives“ will ich machen, denn Kunst war neben Sport mein Lieblingsfach. Auch für Mode schlug mein Herz. Bereits neben der Schule jobbte ich im Verkauf bei unterschiedlichen Mode-Unternehmen. Drei Probetage in einer Maßschneiderei in München machten mir riesigen Spaß. Als ich jedoch erfuhr, wie schmal dafür der Lohn sein sollte, orientierte ich mich um. Vom ersten Jahr einer Schreiner-Lehre, über ein Semester Grafikdesign an der Schwanthaler Kunstschule München schlängelte sich mein Weg hin, zu einer Ausbildung als Werbekauffrau in einer Werbeagentur. Zwei Jahre später stand ich auf eigenen Beinen und war glücklich. Gestresst, aber glücklich.

Die Werbe-Branche als Broterwerb

Viele Jahre habe ich in der Werbe-Branche verbracht. Zwischenzeitlich wechselte ich ins Marketing von Siemens mobile. Als ich eine chronische Sinusitis entwickelte, dämmerte es mir allmählich: ich hatte die Schnauze voll. 

Eine Auszeit von eineinhalb Jahren in der Landwirtschaft der österreichischen Berge, brachte mich wieder mit mir selbst in Kontakt. Raus aus dem Kopf, rein ins körperliche Arbeiten! Als ich davon zurückkam, wusste ich, so will ich nicht mehr weitermachen! Ich begann als Mode-Beraterin bei Gudrun Sjödén, einer schwedischen Textildesignerin, welche ich schon lange Zeit verehrt hatte. Sie entwirft nicht nur außergewöhnliche, farbenfrohe Heimtextilien, sondern auch Damen-Bekleidung. Und da tauchte zum ersten Mal der Gedanke auf: „Das kann ich auch! So schwierig kann das doch nicht sein!?“

Und so begann ich langsam, mir Kenntnisse an zu eigenen. Angefangen bei meinen zeichnerischen und malerischen Fähigkeiten, über den Umgang mit Adobe Illustrator sowie die Erstellung von sogenannten Endlos-Mustern, also Motiven, die sich in einem Rapport wiederholen.

DIE HEIMAT DER ELTERN UND MEINER KINDHEITS-SOMMER

Wie sehr die Kindheit prägt, ist mir heute klar – und auch der Anteil, den man im Blut mit vererbt bekommt… Viele Sommer verbrachten wir in Niederbayern, der Heimat meiner Eltern. Umgeben von Weite, einem bäuerlichen Leben mit Gärten zur Selbstversorgung, Pferden, Hund, Katze, Hühnern… Auch das Schneider-Handwerk war überlebens-wichtiger Bestandteil dieser Zeit.

alte Postkarte von Tettenweis in Niederbayern
Tettenweis, ein kleiner Ort im Rotttal.
Blick auf die Pferdeweide
Die große Pferdeweide direkt hinterm Haus.
wir Kinder beim Spielen auf dem Land
Wir Kinder beim Spielen
Fipsi, der Haushund meiner Oma
Mein geliebter „Fipsi“ gibt Pfötchen
Meine Oma Katharina Auer
Meine Oma, eine tolle Schneiderin
Birgit Löw als Kleinkind
Meine Mama und ich
Haus meiner Oma in Tettenweis
Das Haus von meiner Oma

Gegenwart

Mein Freiheitsdrang

Der große Drang nach größtmöglicher Freiheit und Autonomie hat mich in die Selbstständigkeit geführt. So arbeite ich momentan für mein Unternehmen LÖW DESIGN. Ein Unternehmen für Web- und Grafikdesign. Zeitgleich feile ich jedoch eifrig an meinen künstlerischen Fähigkeiten. 

Nachdem es auch heute noch immer so ist, dass mich Textilien, Tapeten und Kunst (also schöne Räume) enorm begeistern, habe ich mein zweites Unternehmen „Smilla’s Home“ gegründet. Bei Smilla’s Home entwerfe ich als Surface-Pattern-Designerin Muster-Kollektionen und Illustrationen. Das bedeutet, ich entwerfe Muster und Motive in verschiedenen Farbstellungen für Unternehmen z.B. aus der Textil-Branche, aber auch für Tapeten-Hersteller, Unternehmen der Verlagsbranche u.v.m. Seit sieben Jahren entwerfe ich nun schon für ein Unternehmen aus Hamburg Auftrags-Designs für Tassen und Teedosen.

Die Freude am Entwerfen

Es macht mir unfassbar viel Freude, ein bestimmtes Thema in Farben und Formen zu übersetzen! Wichtig ist mir dabei, dass jede Kollektion eine Seele hat, die von einem Gefühl getragen wird, welches sich in den fertigen Designs widerspiegelt. Hierbei richte ich mich weniger nach Trends als nach meinen eigenen Erfahrungen, Erlebnissen und meiner Inspiration.

Seitdem ich auch fähig bin, meine eigenen Stoffe zu produzieren, hat mich zudem das Nähfieber gepackt. Häufig finde ich in den Läden einfach nicht, was ich mir wünsche – oder nicht in den Farben, die mir stehen. Es ist ein unbeschreibliches Gefühl, nicht nur die eigene Wohnung mit selbst entworfenen und produzierten Heimtextilien auszustatten, sondern auch noch den Kleiderschrank mit Eigen-Kreationen zu bestücken. Das passt auch gut zu meinem Bestreben, einen Capsule Wardrobe zu erschaffen – mit wenigen Kleidungsstücken, die perfekt miteinander kombiniert werden können! 

Das einfache, reduzierte Leben

Ich bin ein großer Fan von Minimalismus. Das bedeutet für mich allerdings weniger Schwarz-Weiß-Denken als, dass man nur wenige Dinge um sich hat, diese aber aus vollem Herzen liebt! Der bewusste Umgang mit unserem Planeten Erde und seinen Ressourcen liegt mir sehr am Herzen. 

Häufig habe ich den Eindruck, dass meine Großeltern noch wussten, wie man „richtig“ lebt. Damals gab es weder Fast Fashion, noch Lebensmittelverschwendung, noch so eine riesige Zahl an Wohlstands-Krankheiten. Nichts wurde einfach weggeschmissen, wenn man es noch reparieren, flicken oder anderweitig verwenden konnte. Das eigene Gemüse war frei von Chemikalien und man wurde beim Anbau ganz automatisch in Demut und Dankbarkeit geschult. Auch Lärm- und Lichtverschmutzung waren unbekannt, weil sich nur wenige ein Auto leisten konnten, und man Strom noch für etwas Wertvolles hielt.

Zukunft

Meine Vision

Ich habe einen Traum vom Leben auf dem Land – umgeben von Wiesen, Wäldern, Hügeln, Feldern, Bächen und Seen. Dort, inmitten der Natur mit Blick in die Weite, habe ich mein Atelier.

Ein Atelier, in dem ich Muster & Illustrationen für namhafte, tolle, internationale Kunden entwerfen darf, Kleidung nähe und auch Bilder male und ausstelle. Ein Atelier, das auch für andere Menschen offen ist, um gegenseitig voneinander zu lernen und um mein Wissen in Workshops weiterzugeben. Im Garten räkelt sich derweil meine Miezi und unterm Apfelbaum scharren vergnüglich die Hühner.

Mehr Miteinander

Ich sehe ein Leben, in dem Raum ist für schöne Begegnungen und ein gutes Miteinander, in dem Arbeit am Computer nur noch einen kleinen Teil des Tages ausmacht. Ein Ort, an dem man die Weite spüren, die Füße ins Gras strecken kann – und man sich als Mensch nicht ganz so wichtig nimmt… Auch Tiere dürfen nicht fehlen! Hühner und Katzen, vielleicht sogar mehr.

Ich wünsche mir, dass die Menschen aufwachen, ihre Werte überdenken und feststellen, dass das Leben und die Schöpfung wunderbar sind – wenn wir es wahrnehmen. 

Was bleibt?

Mein Anliegen ist es, Spuren zu hinterlassen. Schöne Spuren. Spuren der Freude und Wertschätzung im Leben von Mensch und Tier. 

Aber auch Spuren, mit denen ich leben kann, für die ich Verantwortung übernehme und mich nicht schämen muss, wenn ich eines Tages gehe. Im besten Falle kann ich andere durch meine Kunst und mein Sein dazu inspirieren, ebenfalls ihr Leben so zu leben wie es ihnen gut tut – oder das ihre einfach ein bisserl schöner machen.

(Sie haben einen Impuls dazu? Lassen Sie es mich wissen!) 

Huehner scharren im Garten

Meine Liebe für Vögel

Illustration Wellensittich Jackie

Ein Ausnahme-Wellensittich

Als ich noch klein war, hatten wir (dank meiner Bemühungen) einen sehr zutraulichen Wellensittich. Jacki saß am liebsten auf dem Fensterbrett, inmitten der Usambara-Veilchen. Aber er flog auch große Runden durchs Wohnzimmer, landete dann auf meiner Schulter und zupfte mir am Ohrläppchen.

Wir alle liebten ihn sehr. Er wurde Erstickungsopfer einer Silvesternacht, in der wir mit Begeisterung Wunderkerzen abbrannten. Eine Tragödie. Geblieben ist meine Liebe zu diesen putzigen, federleichten Geschöpfen. So gerne sehe ich ihnen zu, wenn sie im Apfelbaum herumhüpfen.

Was wäre wohl ein Frühling ohne Vogelgesang? Deshalb habe ich beschlossen, mich für meine Freunde einzusetzen. Aus dem Erlös meiner Aufträge geht jeweils ein Anteil an den Landesbund für Vogelschutz. Auch plane ich weitere Projekte, die den Artenschutz unterstützen.

MEIN DANK

Mein Dank gilt allen Menschen, die mir bisher auf meinem Weg geholfen haben, die zu werden , die ich heute bin. Deshalb danke ich auch dem lieben Gott für all die bereichernden Begegnungen der vergangenen Jahre. Ganz besonders möchte ich mich für die anhaltende Unterstützung meiner Familie bedanken: Meiner Mutter, meinem Vater, meiner Schwester und meinem Lieblings-Schwager. Ohne sie weiß ich nicht, wo ich heute wäre.  

Unterschrift Birgit Löw
Blume als Dank